NS-Ehrenbürgerschaften aberkennen-Reichspräsident Paul von Hindenburg soll Ehrenbürger bleiben (21.07.2000)
Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Wuppertal begrüßt die überfällige
Aberkennung der Ehrenbürgerschaft von A. Hitler und SA-Führer
„Auwi“ v. Preußen.
„Daß überhaupt der Eindruck entstehen kann, im Jahr 2000
sei Adolf Hitler noch Ehrenbürger der Stadt Wuppertal ist eine Peinlichkeit
ersten Ranges“, erklärt CDU-Fraktionsvorsitzender Bernhard Simon,
der damit Unterstützung für den von OB Kremdahl aufgegriffenen
Vorschlag der Jungen Union signalisiert.
„ Aber daß OB Kremdahl bei der Kranzniederlegung zum 20. Juli gleich das Kind mit dem Bade ausschüttet, und Reichspräsident Paul von Beneckendorf und von Hindenburg die Ehrenbürgerschaft aberkennen will, ist a-historisch und abwegig.“
Simon weiter:“ Offenbar hat Herr Dr. Kremendahl vergessen, daß Hindenburg bei der letzten freien Reichspräsidentenwahl 1932 auch der Kandidat der SPD war und sich erfolgreich gegen Hitler durchsetzte. Unter Führung von Reichskanzler Dr. Heinrich Brüning (Zentrum) konnte sich die Weimarer Koalition in einem modernen Wahlkampf noch einmal gegen die braunen Demagogen und ihre Helfershelfer durchsetzen. Hindenburg hat in insgesamt 9 Jahren Reichspräsidentenschaft die Weimarer Verfassung verteidigt und war als „Sieger von Tannenberg“ über die Parteigrenzen hinweg ein populärer und beliebter „Ersatzkaiser“.
Das Hindenburg in seinen beiden letzten Lebensjahren nach der Machtergreifung von den Nazis mißbraucht wurde und aufgrund seines fortgeschrittenen Alters nicht mehr Herr der Situation war, schmälert nicht seine Lebensleistung und stellt keinen Grund dar, ihm die Ehrenbürgerwürde abzuerkennen
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